Nehmen Sie das Ruder in die Hand

1. Schritt - Der Kauf

Nehmen Sie die Beratung eines Fachmannes in Anspruch. Er wird Ihnen das richtige Boot für Ihren Ausbildungsstand und das Revier Ihrer Wahl empfehlen.

  • So eignet sich beispielsweise eine Jolle zum sportlichen Segeln allein oder mit ein bis zwei Mitseglern. Sie kann auf Grund ihrer Bauart kentern, lässt sich aber auch im Wasser wieder aufrichten. Sie ist normalerweise unsinkbar, so dass sich die Besatzung nach Kenterung an ihr festhalten kann.
  • Für längere Ausflüge gibt es spezielle Segelboote, unter anderem Fahrtenjollen, Kielschwertboote oder nicht kenterbare Kielboote.
2. Schritt - Die Ausbildung

Am besten und sichersten segelt immer noch derjenige, der sich in einer kompetenten Segelschule oder in einem der vielen deutschen Segelclubs ausbilden lässt und den für das jeweilige Revier geeigneten Segelschein erwirbt. Diese Segelscheine sind nicht gesetzlich vorgeschrieben, geben aber die Gewissheit, dass der Inhalber das nötige Know-How erworben hat, um ein Segelboot verantwortlich zu führen.

  • Es gibt verschiedene Segelscheine. Man unterscheidet beispielsweise Scheine für Binnenreviere, den küstennahen Bereich, die Fahrt im näheren Seebereich und die Fahrt weitab der Küste unter Verwendung der Astro-Navigation. Nähere Auskünfte erteilen die Segelclubs oder -schulen.
3. Schritt - Die Sicherheitsausstattung

Es muss passen! - Grundsätzlich gilt, dass die Ausrüstung des Segelbootes immer dem Bootstyp und dem befahrenen Revier angepasst sein muss.
Generell sollte aber folgende Sicherheitsausstattung vorhanden sein:

  • Für jeden an Bord eine ohnmachtssichere Weste mit CE-Kennzeichen (d.h. baumustergeprüft nach EU-Norm). Diese ist regelmäßig durch eine Fachfirma zu überprüfen;
  • Mindestens ein Auftriebskörper (Rettungsring oder Schwimmkissen) mit umlaufender Halteleine;
  • Erste Hilfe-Ausrüstung;
  • Feuerlöscher (bei größeren Booten);
  • Schöpfgefäße oder handbetriebene Bilgepumpe;
  • Anker mit ausreichend langer Leine/ Kette;
  • Handlampe, die auch zum Geben von Notsignalen geeignet ist;
  • Mindestens zwei Paddel oder Riemen;
  • Werkzeug und Ersatzteile für kleinere Reparaturen;
  • ggf. Seenotsignalmittel.
4. Schritt - In den Startlöchern
  • Machen Sie sich mit den jeweiligen Vorschriften des gewählten Gewässers vertraut;
  • Prüfen Sie vor jeder Fahrt alle wichtigen Funktionen Ihres Segelbootes;
  • Überprüfen Sie Vollständigkeit und Funktionsfähigkeit der Sicherheitsausrüstung;
  • Kontrollieren Sie, ob Sicherheitsausstattung und insbesondere Rettungsmitel sicher und leicht zugänglich verstaut sind;
  • Üben Sie das Anlegen der Rettungswesten;
  • Planen Sie Ihre Reise so, dass das Reise- oder Etappenziel möglichst vor Einbruch der Dunkelheit erreicht wird;
  • Informieren Sie Ihre Angehörigen oder Freunde an Land über das Ziel und die voraussichtliche Dauer des Törns;
  • Weisen Sie Ihre Crew auf besondere Gefahren hin; richten Sie hierbei Ihre Aufmerksamkeit auch auf den Großbaum;
  • Üben Sie mit Ihrer Crew zu Beginn der Ausfahrt die wichtigsten Manöver, vor allem das Verhalten bei "Mann über Bord";
  • Prüfen Sie vor einer Nachtfahrt die Vollständigkeit und Funktionsfähigkeit der Positionslichter;
  • Kranke oder übermüdete Skipper gefährden sich und die Mannschaft. Segeln Sie also nur, wenn Sie sich gut fühlen.
5. Schritt - Übrigens...
  • Jeder Wassersportler sollte gut schwimmen können und trotzdem in kritischen Situationen (schweres Wetter, Nachtfahrt) eine Rettungsweste tragen. Nichtschwimmer und Kinder sollten Sie stets mit Rettungswesten schützen.
  • Segler sollten ausreichend warme und wetterfeste Kleidung mitnehmen, auch wenn das Wetter noch so schön sein mag. Die Kleidung ist wasserfest zu verpacken.
  • In Notfällen ist Helfen die erste Pflicht des Seglers. Informieren Sie in jedem Fall unverzüglich die Rettungsdienste, auch wenn Sie selbst nicht unmittelbar helfen können.
  • Bewahren sie im Notfall Ruhe, und handeln Sie überlegt. Nicht vorzeitig das Boot verlassen.
  • Hände weg von Alkohol und Drogen.
6. Schritt - Rettungsschwimmen macht sicherer

Jeder Segler sollte in der Lage sein, die Mitglieder seiner Crew und andere Wassersportler vor dem Ertrinken zu retten. Deshalb sollte sich jeder Skipper und Mitsegler zum Rettungsschwimmer ausbilden lassen. Werden deshalb auch Sie Mitglied bei der DLRG und machen Sie den Wassersport ein Stück sicherer!

7. Schritt - Versicherungen

Für Sportboote gibt es in Deutschland keine Versicherungspflicht. Jeder Segler haftet aber für Schäden, die er durch Besitz oder Gebrauch des Bootes schuldhaft Dritten zufügt.
Deshalb ist es für jeden Bootseigner sinnvoll und unbedingt zu empfehlen, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. Ferner wird eine Boots-Kasko-Versicherung für die Regulierung von Schäden am eigenen Boot empfohlen.