Betreuungsplatz 500 (BTP 500) - Berliner Modell -

Der Betreuungsplatz 500 (BTP 500) betreut Hilfsbedürftige, versorgt mit Verpflegung und Bedarfsgütern und wirkt mit bei der vorübergehenden Unterbringung. Darüber hinaus unterstützt er gegebenenfalls die Weiterleitung von Flüchtlingen und Evakuierten.


Multifunktionale Einsatzeinheit

Der Betreuungsplatz 500 ist eine multifunktionale Einsatzeinheit im Betreuungsdienst des Berliner Katastrophenschutzes. Er verfügt über Fähigkeiten der Führung, der Betreuung und der Versorgung sowie über sanitätsdienstliche Rettungs- und Transportmittel.

Ein BTP 500 kann 500 Hilfsbedürftige selbständig versorgen. Grundlage für die Besetzung der (Teil-)Einheiten und die Qualifikation der Einsatzkräfte ist die Berliner "Verordnung über den Katastrophenschutzdienst (KatSD-VO)" .

Die maximale Aufenthaltsdauer für den einzelnen Betroffenen am Betreuungsplatz sollte 24 Stunden in der Regel nicht überschreiten.

Der BTP 500 besteht aus einem Führungs-Trupp (1/1/2=4) , einer Gruppe Logistik (0/0/3=3), zwei Betreuungs-Gruppen (à 0/1/5=6)3, zwei Verpflegungs-Gruppen (à 0/1/8=9)4, sowie zwei Verletztentransport-Trupps (a´ 0/0/2=2)5, insgesamt eine Stärke von 1/5/35=41 (Anlage 1).

Einsatzkräfte der Betreuungs-Gruppen sollten in Krisenintervention (KIT) bzw. psychosozialer Unterstützung (PSU) besonders geschult sein.

Die Berliner Hilfsorganisationen können innerhalb von drei Stunden ab Alarm bis zu sieben BTP 500 einsatzbereit vor Ort verfügbar machen. Die Hilfsorganisationen stellen dabei nur Personal und Logistik.

Betreuungsstellen mit der erforderlichen Infrastruktur, Versorgungs- und Bedarfsgüter sowie Betten, Decken und Ersatzbekleidung sind dem BTP 500 zur Verfügung zu stellen. Die   Verantwortung dafür obliegt der anfordernden Stelle.

Als Betreuungsstellen eignen sich besonders öffentliche Gebäude mit guter Verkehrsanbindung, großen Parkflächen und vielen Sanitäranlagen. Auf eine ausreichende Schutzwirkung ist zu achten. Räume und Bereiche können einzelne oder mehrere   eigenständige Nebenräume oder abgegrenzte Flächen sein. Es empfehlen sich mobile Trennwände.
Die meisten Betroffenen bewegen sich innerhalb des Betreuungsplatzes frei und nehmen Versorgungsangebote selbstständig wahr. Für diese müssen in einem Aufenthaltsraum Sitzgelegenheiten und Beschäftigungsangebote bereitgestellt werden. Daneben sind ein Schlaf- /und Ruhebereich, ein Raum für Mutter und Kind sowie ein abgeschirmter Raum für Einzelgespräche im Rahmen der psychosozialen Betreuung vorzusehen.

Der Kochbereich erfordert eine separate Infrastruktur (Trinkwasser, Strom, Personal-Toiletten, Abfall usw.) sowie separate Zuwege.

Ein getrennter Ruhe- und Schlafbereich für Einsatzkräfte ist einzurichten.

An zentraler Stelle ist ein Informationsschalter zu besetzen. Dauerhafte Informationen sollten an einer Informationswand bekannt gegeben werden (Ausgabezeiten für Getränke, Verpflegung oder Bedarfsgüter, Personenübersichten usw.). Bei Bedarf sind Dolmetscher einzusetzen.