Einsatztaucherausbildung bei der DLRG Berlin

Der kombinierte Einsatztaucher- und Signalmannkurs läuft nun schon seit September 2010.

Die Tauchertheorie ist, wie man leicht sehen kann gar nicht so theoretisch, sondern wird durchaus am realen Objekt studiert.

In den ersten drei Monaten müssen die angehenden Einsatztaucher in der Halle ausgiebig ihre rettungschwimmerischen und schnorcheltaucherischen Kenntnisse auffrischen und ihre Leistungsfähigkeit steigern. Es schafften bisher alle 1 Minute Zeittauchen in 4m Tiefe und 50 m Streckentauchen und 1500m in wechselseitigen Lagen zu schnorcheln.

Das Ende dieses Ausbildungsblocks markiert die Prüfung der Theorie. Hier mussten 50% in die mündliche Prüfung und 40% zur kompletten Nachprüfung. Diese hohen Werte sind nicht ungewöhnlich, da die Theorieprüfung recht umfangreich ist. Letztlich haben es alle geschafft, die zu diesem Zeitpunkt noch dabei waren.
Der zweite Ausbildungsblock beinhaltet die Gerätegrundausbildung. In der Schwimmhalle werden die Rettungsschwimmer schrittweise zu Einsatztauchern ausgebildet. Sie lernen erst mal selber sichere Taucher zu sein und anschließend auf Andere zu achten und im Bedarf zu retten. Zusätzlich zu den Sporttaucherfähigkeiten, müssen Einsatztaucher in der Lage sein, sich innerhalb von 3 Minuten komplett anzuziehen und einsatzbereit zu sein.

Sie müssen mit Vollgesichtsmasken umgehen können und wissen, wie Unterwasser sicher gearbeitet wird. Sie werden geschult Seile und Zurrgurte unter Wasser zu befestigen und was getan werden muss, um einen Holzpfahl abzusägen. Der Umgang  mit dem Hebesack und mit Hebekissen wird geübt, damit zum Beispiel ein Ankerstein oder sogar ein ganzes Schiff gehoben werden kann. In Berlin müssen die angehenden Taucher aufgrund der Gewässerbedingungen zusätzlich lernen, ohne Sicht zu tauchen und dabei auch noch systematisch suchen zu können. Sie müssen in der Lage sein sich unter Wasser in Seilen und engen Räumen zu bewegen, was in der Halle mit Hilfe eines Hindernisparquours geübt wird.

Das Tauchen an der Signalleine wird gemeinsam mit den angehenden Signalmännern in der Halle geübt. Im Becken stellt man schnell fest, was passiert, wenn wie im Einsatzfall mehrere Taucher an der gleichen Einsatzstelle tauchen. Dann gilt es, als Signalmann Ruhe zu bewahren und seinen Taucher wieder zu entheddern. Zusätzlich zur SSE Schwimmhalle nutzen wir den 8m tiefen Tauchturm der BLFS. Hier werden Notaufstiege und Wechselatmung trainiert und das Tauchen in der engen Druckkammer, um bei Bedarf als Behandlungspersonal zur Verfügung zu stehen.

Ende April, wenn das Wasser draußen wieder flüssig sein sollte, kommen die neuen Taucher das erste Mal ins Freiwasser. Jetzt muss das Gelernte sitzen und bei kalten Wassertemperaturen und ohne Sicht geht es in die Berliner Seen und die Havel.

Nun werden die erlernten Einsatzsituationen im Freiwasser unter echten Bedingungen erneut geübt.

Den Abschluss dieses Ausbildungsteils bildet die Freiwasserfreigabe. Wenn die Anwärter 20 Tauchstunden absolviert haben und das Ausbildungsteam bestehend aus mehreren Lehrtauchern und helfenden erfahrenen Tauchern des Landesverbandes Berlin der Meinung ist, der Anwärter kann zusätzlich zu den anderen Berliner und Brandenburger Einsatztauchern mittauchen, dann dürfen und müssen sie im Rahmen des regulären Wasserrettungsdienstes, weitere Tauchstunden und Erfahrungen sammeln.

Den Abschluss des Lehrgangs bildet die Freiwasserprüfung. Dafür fährt der gesamte Kurs zum Helenesee, um in vier Tagen die praktische Prüfung zu absolvieren. Da gilt es, das erlernte Wissen unter Einsatzbedingungen und den Argusaugen der Prüfer anzuwenden. Da wird gesucht, gehoben, geschraubt, 10m ohne Tauchgerät tiefgetaucht, 1,5 km mit voller Ausrüstung geschwommen und natürlich müssen Rettungsaktionen durchgeführt werden.

Am Ende sind alle Teilnehmer und Ausbilder stolz und glücklich. Wenn die neuen Einsatztaucher und Signalmänner zu ihren Stationen zurückkommen und von der Ausbildung erzählen, dann bringen sie den Teamgeist mit, gemeinsam ein Ziel zu erreichen.

Das Ausbildungsteam drückt allen Teilnehmern die Daumen und wünscht weiterhin gutes Gelingen.

Im Rahmen des Kurses werden auch neue Lehrtaucher Assistenten geschult und auf die Lehrtaucherprüfung vorbereitet. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Ausbildern herzlich bedanken, für die zeitintensive und fordernde Mitarbeit in diesem Lehrgang. Über ein halbes Jahr gaben sie theoretischen Unterricht und sind über den gesamten Winter und im Frühjahr mit den Kursteilnehmern im Wasser und geben ihr Wissen weiter. Nur mit solch einem engagierten und kooperativen Ausbilderteam ist so ein Kurs durchführbar.

Uwe Hahn
Ausbildungsleitung Einsatztauchen

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